Wie Alkohol auf den Stoffwechsel wirkt

Weihnachten, Neujahr und zahlreiche andere Feiertage und Festivitäten sind Anlässe an denen man gerne einmal ein Gläschen oder zwei in gesellschaftlicher Runde trinkt. Daran ist grundsätzlich nichts falsch, solange alles im gesunden Rahmen bleibt. In Reinform ist Alkohol eine farblose, brennend schmeckende, leicht entzündliche Flüssigkeit (Chemisch: Ethanol). Was genau ist Trinkalkohol und wie wirkt er sich auf die körperlichen Funktionen aus? Gewonnen wird Alkohol z.B. durch Gärung von Zuckerarten. Um sein Herz zu schützen, ist es nicht unbedingt nötig, Rotwein zu trinken. Es gibt die Annahme, dass Flavonoide und Resveratol im Rotwein eine schützende Wirkung auf das Herz ausüben und daher als gesund gelten. Diese Stoffe befinden sich auch in Trauben, Äpfeln, Himbeeren und Pflaumen. Alkohol enthält nach Fett die meisten Kalorien. 1g Alkohol liefert 7 kcal Energie. Unter  Betrachtung der Kalorienmenge können ein paar Bier am Abend eine ganze Mahlzeit ersetzen. 0,3 Liter Bier enthalten ca. 150 kcal und ein Glas Sekt hat etwa 200 kcal. Das regelmäßige Glas Wein zum Essen vermindert also auch den Erfolg beim Abnehmen und der klassische Bierbauch ist kein Gewebe aus Hopfen und Malz, sondern eine übermäßige Ansammlung aus Fettgewebe. Dieses übermäßige Bauchfett umhüllt auch die inneren Organe (med.: viszerales Fett genannt) kann in großen Mengen und auf Dauer zu Herz-Kreislaufkrankheiten führen oder das Risiko für Krebs fördern. Wie sieht es mit dem so hoch gelobten „Verdauungsschnapserl“ aus? Das angenehme, wohlig warme Gefühl im Magen resultiert aus einer kurzzeitigen Mehrdurchblutung des Magens. Der Stoffwechsel arbeitet dadurch weder besser, noch schneller. Im Gegenteil: Alkohol hemmt die Verdauungsenzyme und verlangsamt somit alle weiteren Verdauungsprozesse. Deshalb sollte man den Genuss von alkoholischen Getränken, insbesondere in Verbindung mit einer fettreichen Mahlzeit, möglichst vermeiden. Harte Alkoholika wie z.B. Schnaps gehen im Magen direkt ins Blut über und beeinflussen im Gehirn Areale, die für die Verdauung zuständig sind. Der Körper ist in erster Linie mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt, anstatt die Nahrung zu verdauen. So wird die Verdauung im Magen verzögert und der Weitertransport der Nahrung in den Dünndarm gehemmt. Hochprozentiger Alkohol vermittelt deshalb ein wohliges und entspannendes Gefühl nach einem deftigen Essen, da Alkohol die Blutgefäße erweitert und eine entspannende Wirkung auf Muskelzellen ausübt. Da der Magen ein Muskel „par excellence“ ist, entspannt er sich, das unangenehme Völlegefühl wird dadurch weniger und ein trügerisches Gefühl der Erleichterung setzt ein. Die magenstimulierende Wirkung des hochprozentigen Digestifs ist also ein Mythos. Damit der Hosenbund nach einem üppigen Mahl nicht spannt, bietet sich eine Tasse Tee an. Ideal sind z. B. Salbei,- Fenchel- oder Pfefferminztee, denn die ätherischen Öle der Kräuter wirken verdauungsfördernd. Auch Kaffee wirkt positiv auf die Verdauung, sofern dieser in Reinform (ohne Milch und Zucker) genossen wird. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft tut es aber auch. Warum aber wirkt Alkohol so schädigend auf das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers, die Leber? Da Alkohol als Zellgift viele Zellstoffwechselprozesse stört, räumt die Leber dem Alkoholabbau oberste Priorität ein. Eine gesunde Leber baut ca. 0,15 Promille Alkohol pro Stunde ab. Alle anderen Aufgaben der Leber werden in dieser Zeitspanne vernachlässigt. Übermäßiger und dauerhafter Alkoholkonsum führt unweigerlich zur Fettleber, durch Blockierung des internen Leberstoffwechsels. Generell hemmt Alkohol viele weitere Stoffwechselprozesse und beeinträchtig somit die Gesundheit: Er fördert die Harnsäurebildung was zu möglichen Gichtanfällen in den Gelenken führen kann. Durch die dauerhafte und zu hohe Zufuhr von Kohlenhydraten (Alkohol sind Kohlenhydrate) macht der Körper bei einem leichten Zuckerabfall aus Muskelgewebe (Eiweiß) Glucose. Bei diesem Vorgang (medizinisch: Gluconeogenese) nutzt der Körper vorzugsweise die Rückenmuskulatur. Die Folgen sind Probleme mit den Bandscheiben und Rückenschmerzen. Alkohol hemmt die Bildung des Wachstumshormons (STH). Es kommt dadurch zu Zellstoffwechselstörungen mit mangelnder Regeneration, Immunschwäche, Arteriosklerose und Osteoporose. Alkohol hemmt den Muskelaufbau, da weniger Testosteron gebildet wird. Alkohol vermindert die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Die Folgen sind eine verminderte Zellerneuerung. Durch ständigen Alkoholkonsum kommt es unweigerlich zur katabolen Stoffwechselentgleisung (mangelnder Aufbau und Regeneration des Stoffwechsels). Alkohol kann im Allgemeinen die Stimmung heben und den Eindruck erwecken, dass das Leben leichter wird. Allerdings nimmt diese Wirkung mit der Zeit in dem Maße ab, in dem sich der Körper an den Alkohol gewöhnt. Dies kann bei ständig steigendem Alkoholkonsum schließlich zur Sucht führen, und man ist schneller davon abhängig als man glaubt. Wieso Hochprozentiges in der heutigen Zeit noch immer überall und legal gekauft werden kann, ist mir ein Rätsel, wenn man bedenkt welche gesundheitlichen Schäden dieser anrichten kann. Umso wichtiger ist es, dass unsere Kinder über dieses Thema gut informiert werden, genauso wie man über illegale Drogen aufgeklärt sein soll, sollte man über die verehrenden Folgewirkungen von Alkohol und Alkoholsucht aufgeklärt sein, zum Wohle der Gesundheit!

Reinhard Gossner

Quellen: https://www.gesund-aktiv.com/wissenswertes/ist-alkohol-fuer-den-stoffwechsel-gesund

http://www.forum-ernaehrung.at/artikel/detail/news/detail/News/foerdert-schnaps-die-verdauung/

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