Kondition und sportliche Leistungsfähigkeit

Durch unser soziales Umfeld und den vorgegebenen Rahmenbedingungen sind wir darauf programmiert in unserem Leben etwas zu leisten. Sei es noch spielerisch im Kindesalter, später als Eltern oder im Beruf, wir alle entwickeln uns in erster Linie aus Erfahrungen und Leistungen, auf physiologischer als auch auf psychologischer Ebene. Durch Sport kann der Mensch zum einen lernen leistungsfähiger für den Alltag zu werden. Wer in seiner Sportart aber besser werden möchte, der kommt nicht darum gezielt an seine sportliche Leistungsfähigkeit zu arbeiten. Die sportliche Leistungsfähigkeit wird unterteilt in Kondition und Technik. Wenn wir von der „Kondi“ reden, dann meinen wir dabei meist die Leistungsfähigkeit der Ausdauer. Zur Kondition zählen aber auch andere Fähigkeiten wie Kraft, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Zur Technik wiederum gehören koordinative Fähigkeiten und Bewegungsfertigkeiten. Sportarten mit komplexen Bewegungsmustern verlangen ein hohes Maß an konditionellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie Kraft und Ausdauer in den Beinen, koordinative Fähigkeiten sowie viel Übung für eine saubere und kontrollierte Bewegungsausführung, die Technik. Bevor ich eine Bewegung (z.B. laufen) trainiere, muss ich deren technische Ausführung beherrschen. Eine technisch gut ausgeführte Bewegung ist somit die Grundlage für die Leistungssteigerung in fast jeder Sportart. Aber auch äußere Umstände und Faktoren spielen eine Rolle und beeinflussen die sportliche Leistungsfähigkeit. Dazu gehören psychische Fähigkeiten, veranlagungsbedingte, konstitutionelle und gesundheitliche Faktoren, taktische – und kognitive Fähigkeiten, ein gesundes soziales Umfeld, sowie ein gesunder Lebensstil.

Wer seine sportliche Leistungsfähigkeit steigern möchte, sollte möglichst systematisch und nach Plan vorgehen. Dabei sind beim Training bestimmte Faktoren und Parameter zu berücksichtigen und richtig zu kombinieren: Dazu gehören die Trainingshäufigkeit (Wie viele Trainingseinheiten pro Monat, Woche, Tag), der Belastungsumfang (Gesamtumfang des Trainings in km, Zeit, Höhenmeter, etc.), die Belastungsintensität ( der Grad der Anstrengung in KG, Watt, km/h etc.), Belastungsdauer (die Zeit der einzelnen Belastungswirkung in Minuten, Sekunden etc.) und die Trainingsmethode (z.B. Dauer,- Intervall-, etc.). Dabei sollte man folgenden Prinzipien und Kriterien beachten: Ein Training sollte eine trainingswirksame und progressive Belastung, eine optimalen Relation von Belastung und Erholung, die richtige Kombination der Belastungsmerkmale und Variationen der Trainingsbelastung, Wiederholung und Dauerhaftigkeit sowie eine Periodisierung und Zyklisierung beinhalten. Viele Sportler trainieren falsch und nicht effektiv. Eine ausreichende Erholung zwischen den Trainingseinheiten ist dabei genauso wichtig wie das Training an sich. Die Kunst besteht darin, Belastung und Erholung in ein optimales Verhältnis zu setzen um das Prinzip der Superkompensation effektiv zu nutzen.

Die Superkompensation ein Begriff aus der Trainingslehre und bezeichnet die Anpassung des Körpers nach einer sportlichen Belastung und die daraus resultierende Steigerung der konditionellen Fähigkeiten, etwa so: In der Bewegungsphase wird der Körper dazu gebracht, seine Reserven anzugreifen. Die Energie wird über das normale oder gewohnte Maß aufgebraucht. Während der Erholungsphase füllt der Körper diese Energiereserven allerdings nicht nur wieder auf, er stellt zusätzliche Kräfte und Energien bereit, um für eine neue stärkere Belastung gerüstet zu sein, damit die nächste Belastung nicht wieder an die Reserven geht. Zum Zeitpunkt, an dem der Körper über sein eigentliches Niveau hinaus Reserven produziert, sollte der nächste Trainingsreiz gesetzt werden, um das vergrößerte „Reservoir“ zu nutzen. So verschiebt sich im Verlaufe der Anpassungsprozesse die Leistungskurve immer weiter nach oben. Dieser Ablauf funktioniert nur deshalb, weil sich alle Organe des Körpers grundsätzlich in einem Zustand der Reaktionsbereitschaft befinden. Das heißt, dass jeder Organismus dazu tendiert, das dynamische Gleichgewicht des Körpers auch unter Belastung beizubehalten. Diese Streben nach Gleichgewicht (med.: Homöostase) bezieht sich hier auf den biochemischen Zustand des inneren Milieus. Durch die Superkompesation nach der starken Belastung wird nun die energetische Waage, bezüglich der Kraft- und Ausdauerleistungen wieder ins Gleichgewicht gebracht. Wer sich nicht sicher ist, ober er richtig oder falsch trainiert, sollte sich von einem Trainer beraten lassen.

Reinhard Gossner

Quellen: Unterlagen Vitalakademie / Autor

 

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