Sport und Bewegung im Alter

Für Sport und Bewegung ist es nie zu spät. Auch wer erst im höheren Alter anfängt, kann damit seine Aussichten auf einen gesunden Lebensabend erheblich steigern.

Eines der wichtigeren Lebensziele das wir bestimmt alle gemeinsam haben, ist das Altern bei guter Gesundheit, bzw. gesund bleiben bis ins (höhere) Alter. Dabei versteht man in der Regel ein Leben ohne chronische Krankheit, ohne größere physische Einschränkungen sowie eine gute mentale Gesundheit und die Fähigkeit zu sozialen Kontakten. Der Mensch wird im Alter tendenziell eher träge und faul, um Energie zu sparen. Je weniger Bewegung der Körper aber erfährt, umso schwieriger werden alltägliche Bewegungsabläufe. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich auch die Stoffwechselaktivität, Bänder, Gelenke und Sehnen sind nicht mehr so beweglich und flexibel und die Muskulatur schwindet (der menschliche Körper beginnt bereits ab Mitte des 20. Lebensjahres Muskelmasse abzubauen). Natürliche und funktionelle Bewegungsmuster die wir im Kindesalter erlernt haben werden immer schwieriger oder gar unmöglich. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten wie Osteoporose, Diabetes oder Arthrose. Rücken-und Gelenksbeschwerden sind fast schon normal. Die einzige wirkungsvolle Methode um solchen Beschwerden langfristig entgegenzuwirken, ist es, sich gesund zu ernähren und seine Fitness zu trainieren. Besonders die Rumpf- und Haltemuskulatur gilt es immer wieder gezielt zu stärken. Dabei sollte man sich von in einem qualifizierten Physiotherapeuten oder Personal Trainer betreuen zu lassen. Der Vorteil dabei ist, dass man in die Bewegungsabläufe genauestens eingeführt wird und keine Angst vor Verletzungen zu haben braucht. Außerdem lernt man wie man diese Übungen auch alleine zu Hause durchführen kann. Auf diese Weise könnte man auch das Gesundheitssystem erheblich entlasten. Bei Vorerkrankungen wie etwa Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck o.ä. sollte eine Bewegungstherapie in Form von Sport vorher mit einem Arzt geklärt werden. Er kann dann eine Bewegungsempfehlung geben. So eignet sich z.B. ein gezieltes Kraft- und Bewegungstraining zur Vorbeugung oder Therapie bei Osteoporose. Der trainierte Muskel setzt dabei einen Reiz im Knochen, wodurch der Aufbau von neuer Knochensubstanz angeregt wird. Bei sogenanntem Alterszucker (Diabetes 2) kann auch durchaus ein moderates Krafttraining betrieben werden. Dieses hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, indem der Stoffwechsel angeregt wird. Damit man dabei nicht Gefahr läuft in eine Unterzuckerung zu geraten, gilt es anfangs die Intensität niedrig zu halten und erst langsam steigern. Auch hier sollte man sich gut beraten lassen, denn die meisten Fehler macht man am Anfang mit einer falschen Technik und zu hohen Intensität. Ein Gefühl für die richtige Dosis bekommt man automatisch mit der Zeit. Auch bei einer Gelenks-Arthrose ist Krafttraining sinnvoll, sofern eine schmerzfreie Bewegung möglich ist. Das Muskeltraining hilft dabei die Gelenke in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, denn je besser die Muskeln trainiert werden, desto besser werden die Gelenke durch diese stabilisiert und durchblutet, was gleichzeitig zu einer besseren Nähstoffversorgung im Gelenk führt und Beschwerden lindern kann. Eines der besten Sportarten und Bewegungsformen ist schwimmen. Beim Schwimmen wird der gesamte Körper gefordert ist, das Herz-Kreislauf-System gefördert und die Gelenke entlastet. Wichtig dabei ist die richtige Schwimmtechnik. Z.B. soll das klassische Hausfrauen-Brustschwimmen (wobei der Kopf immer aus dem Wasser ragt) möglichst vermieden werden: Durch das ständige Kopf-hochhalten entsteht ein erhöhter Tonus in der Nackenmuskulatur, was wiederum zu Verspannungen und Beschwerden im Nacken-und Schulterbereich führen kann. Wandern, Nordic Walking und Ski-Tourengehen gehören zu den beliebtesten Betätigungen und Bewegungsformen in unseren Breitengraden und nicht nur bei Senioren besonders beliebt. Durch diese Sportarten beugt man Stoffwechselkrankheiten vor und stärkt das Immunsystem (Bewegung in der Natur). Auch chronische Gelenkbeschwerden können positiv beeinflusst werden. Der Vorteil vom Wandern gegenüber einem normalen Spaziergang besteht darin, dass es bergauf und bergab geht. Diese Höhenunterschiede regen den Stoffwechsel stärker an, als wenn man auf einer geraden Strecke laufen würde. Vorsicht beim bergabgehen! Dabei können ungewohnt hohe Kräfte auf das Hüft, Knie und Sprunggelenk wirken. Die Muskeln müssen dabei das Ganze Gewicht des Körpers exzentrisch abbremsen und der Muskelkater in der Gesäß -und Beinmuskulatur kommt daher meist vom bergabgehen. Um die Gelenke zu schonen und die Muskulatur zu unterstützen, sollte man unbedingt Wanderstöcke verwenden, zudem geben diese im Gelände zusätzlichen Halt. Diese und andere Sportarten können aber auch einseitige Abnutzungen und muskuläre Dysbalancen hervorrufen, deshalb sollt man immer für ein wenig Abwechslung sorgen. Ein ergänzendes Fitness – und Krafttraining sollte dabei ein fixer Bestandteil eines jeden Ausdauer – und Bergsportlers sein. Welche Sportart oder Bewegungsform man auch wählt ist egal. Wichtig ist, dass man sich bewegt, um so körperlichen Beschwerden vorzubeugen und entgegenzuwirken um bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig zu sein.

Author: Reinhard Gossner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.