Volkskrankheit Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine weit verbreitete Volkskrankheit mit massiven Kosten für das Gesundheitssystem. Viele Österreicher über 20 leiden bereits an Rückenschmerzen oder haben Probleme mit dem Rücken. Der Grund für die Beschwerden kann sehr simpel aber auch extrem kompliziert sein, was Betroffene häufig jahrelang erfolglos von Arzt zu Arzt laufen lässt. Zu den häufigsten Gründen gehören bekannterweise Übergewicht und Bewegungsmangel, denn das Dasein als Couch-Potatoe, ist für die menschliche Wirbelsäule das Schlimmste. Aber auch beruflich bedingte, einseitige Belastungen ohne Ausgleich schaden dem Kreuz. Sitzen ist auch eine einseitige Belastung – besonders dann, wenn man es stundenlang macht. Deshalb sollte man im Büro beispielsweise beim Telefonieren aufstehen oder auch auf Stehtischen arbeiten. Problematisch wird Sitzen dann, wenn der Rücken immer in der gleichen Position bleibt. Er gewöhnt sich an eine für Ihn falsche Haltung und Aufgabe und degeneriert. Früher hieß es, dass man sich schonen soll, wenn man Rückenschmerzen hat. Heute weiß man dass es ratsam ist in Bewegung zu bleiben. Auch bei Abnützungen und Knorpelschäden ist Bewegung anzuraten. Zudem schwächen lange Schonungsphasen die Belastbarkeit und die Muskulatur massiv. Aber auch Sportler können durch jahrelange einseitige Belastungen (bedingt durch ihre Sportart) Rückenprobleme bekommen. Rückenschmerzen können aber auch psychisch bedingt auftreten, wobei man oft nicht weiß, was zuerst da war. Wer chronische Beschwerden im Kreuz hat und immerzu an Schmerzen leidet, ist automatisch auch psychisch belastet, und die Motivation sich zu bewegen ist dann noch schwieriger, – ein Teufelskreis. Aber auch die Psyche (z.B. durch innerlichen Stress) kann körperliche Prozesse auslösen, was zu extremen Verspannungen im Nacken und Rücken führen kann. Wirbel, Gelenke und Strukturen nützen sich mit zunehmendem Alter ab. Das sind normale, altersbedingte Abnützungen. Aber Abnützung heißt nicht unbedingt, dass Schmerzen vorhanden sein müssen. Auch wenn man meint einen unzerstörbaren Körper zu haben, kann der Schmerz von heute auf morgen kommen. Deshalb rate ich jedem (auch Sportlern) sich die großen Gelenke wie Knie- Hüft und Sprunggelenk, sowie die Wirbelsäule regelmäßig untersuchen zu lassen, um mögliche Schäden zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Was hilft nun wirklich gegen diese Volkskrankheit, und wie kann man vorbeugen? Die Antwort lautet: Bewegung, bzw. gezieltes Kraft-und Beweglichkeitstraining sind immer noch die sinnvollste Methoden um Rückenschmerzen vorzubeugen und auf Dauer entgegenzuwirken. Dies wurde in unzähligen Studien bewiesen und das kann heute auch jeder Mediziner und Physiotherapeut bestätigen. Nutzen Sie die Angebote an speziellen Fitness-und Bewegungskursen, oder bei Trainern oder Therapeuten. Man sollte nicht zu spät damit beginnen regelmäßig seine Wirbelsäule in Form von gesunder Bewegung in Schwung zu halten, denn die Wirbelsäule ist ein Wunderwerk der Evolution und will bewegt werden.

Ein paar Zahlen dazu: Im Jahr 1973 ergab eine Untersuchung, dass 14,8 Prozent der Österreicher Rückenschmerzen haben. Bei einer Befragung im Jahr 2006/2007 waren es 34,3 Prozent. Die Kosten durch Therapien und Arbeitsausfälle in Österreich wurden auf vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Seitdem wurde keine derartige Befragung oder Erhebung mehr durchgeführt. Man kann diese Zahlen nur erahnen. Chronische Rückenschmerzen sind in den westlichen Industrienationen inzwischen die teuerste Diagnose überhaupt, sie kosten das Gesundheitssystem mehr als alle Krebserkrankungen zusammen. Heute haben diese Beschwerden auch schon viele Kinder und Jugendliche erfasst, weil Bewegungsmangel ein Phänomen unserer Zeit geworden ist. Hinzu kommt ein akutes Problem der neuen, mobilen Netz-Gesellschaft. Das permanente Starren auf das Handy oder Tablet ist weder für Augen noch Rücken gesund und das Handy-Gnack könnte bald zur nächsten großen Volkskrankheit werden. Die technische Entwicklung, so toll und hilfreich sie auch sein mag, wird fatale Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser gesamtes soziales Umfeld haben. Ich bezweifle hier den Aspekt des menschlichen Fortschritts, es ist vielmehr der Beginn der totalen menschlichen Verblödung

 

Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit; aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.  –  Albert Einstein

Quellen: Statistik Austria / www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Volkskrankheit-Kreuzweh

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.