Archiv der Kategorie: Körper & Gesundheit

Gesundheit bedeutet auch einen gesunden Lebensstil zu führen

Fitness Mythen / Teil 1

Je stärker man schwitzt, desto effektiver das Training:

Das wäre schön, aber leider gibt keinen Zusammenhang zwischen der Stärke des Schwitzens und der Effektivität des Trainings. Schwitzen ist kein Indikator für den Grad der Anstrengung, auch nicht der Fettverbrennung, sondern einfach nur eine Reaktion des Körpers, um sich abzukühlen. Wer schnell schwitzt, hat einen gut funktioniernden Stoffwechsel, verbrennt deswegen aber nicht mehr Kalorien.

Bauchtraining gegen Speckrollen:

Sit-ups und Crunches stärken zwar die Bauchmuskulatur – das heißt aber nicht, dass dort auch die leidigen Fettpolster verschwinden, wenn man diese Muskulatur trainiert. Wer zu viel Bauchfett hat und kurzzeitig intensiv trainiert, kann sogar dicker aussehen und an Gewicht zunehmen, denn die Muskeln unter dem Fettgewebe drücken nach vorne. Außerdem kann Fett nicht an gezielten Stellen abgebaut werden, sondern immer nur am ganzen Körper. Fettverbrennung funktioniert am besten mit Kombination aus Ausdauer – und Krafttraining. Voraussetzung ist ein gut eingestellter Stoffwechsel. Nur wenn dieser normal und gut funktioniert, ist eine Fettverbrennung auch effektiv.

Fett verbrennt man nur bei niedriger Intensität oder moderatem Ausdauertraining:

Unser Körper verbrennt vom ersten Schritt an sowohl 1. Glukose (Zucker) als auch 2. Lipide (Fett). Da sich die Glukosespeicher im Laufe des Trainings aber immer weiter leeren, steigt als Ausgleich die Fettverbrennung im Verhältnis zur Zuckerverbrennung an. Mit dem Ergebnis, dass sie nach 20 bis 30 Minuten auf Hochtouren läuft. Wer Fett aber wirklich zum Schmelzen bringen möchte, muss einfach nur darauf achten, Kalorien zu verbrennen. D.h. je intensiver das Training, desto mehr Kalorien werden dabei auch verbraucht. Hierfür eignet sich z.B. ein intensives Ganzkörpertraining am besten. Im Körper laufen dabei während und nach der Belastung Prozesse ab, die einen zusätzlichen Sauerstoffbedarf bedeuten. Neben der erhöhten Sauerstoffaufnahme lässt sich ein erhöhter Energieverbrauch des Körpers feststellen, der vor allem durch die Fettverbrennung gekennzeichnet ist, mit dem Effekt dass nach dem Training immer noch die Fettdepots angegriffen werden. Man nennt dies den Nachbrenneffekt oder EPOC (= engl.: excess postexercise oxygen consumption)

Das Idealbild der Frau und weibliche Angst vor der Masse:

Aus Angst vor zu viel Muskelmasse lehnen viele Frauen das Krafttraining ab. Sie wollen zwar alle schön und schlank sein, aber keine Muskeln haben (zumindest keine Großen.) Aber keine Angst, Frauen produzieren von Haus nicht genug Testosteron, um große Muskelberge aufzubauen. Trainingsformen wie z.B. Bodyforming klingen schon besser, ist allerdings nichts anderes als Krafttraining, es wird nur anders verpackt und verkauft. Superschlank und spindeldürr zu sein ist heutzutage out, der Trend zum neuen Idealbild der modernen Frau ist ein sportlicher Körper. Ein Trend der sehr zu begrüßen ist und hoffentlich auch anhält.

Schwimmen ist gut für den Rücken:

Das stimmt zumindest teilweise, denn Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur, wodurch sich Verspannungen und Fehlhaltungen vorbeugen lassen. Optimal sind dabei aber nur Kraulen und Rückenschwimmen, wenn der Körper also waagrecht im Wasser ist und er der Kopf in Verlängerung der HWS steht. Wenn man den Hals und Kopf beim Brustschwimmen nach oben streckt, strapaziert man die Halswirbel und -Muskeln. Die Folge sind erneut Verspannungen und Verkrampfungen – die man ja eigentlich verhindern wollte. Am besten eignet sich abwechselndes kraulen und Rückenschwimmen.

Laufbänder schonen die Gelenke:

Beim Laufen drückt das Gewicht des Körpers immer auf die Gelenke, egal ob man auf dem Laufband, im Gras, auf dem Asphalt oder im Wald läuft. Um diese Belastung zu reduzieren, sollte man das Training variieren und Ausdauertraining auch mal auf dem Fahrrad, am Stepper oder an der Rudermaschine absolvieren. Voraussetzung für ein gesundes, ausdauerndes Laufen ist eine stabile Core- und Rumpfmuskulatur. Wer generell zu Problemen mit den Gelenken neigt, sollte sich überlegen, ganz auf das Lauftraining zu verzichten und eine gelenksschonendere Sportart wählen.

 

Regeneration und Erholung

Im Sport gilt eigentlich genau dasselbe wie in unserem Leben: Wir brauchen regelmäßig Erholungspausen, um unsere Batterien wieder aufzuladen. Wer sich im Sport abmüht und anstrengt, der möchte gerne auch von den Früchten seiner Anstrengungen profitieren. Wer aber beim Trainieren immer nur Vollgas gibt und zu wenig auf seine Erholung achtet, für den kann der Schuss auch nach hinten losgehen: Anstelle von mehr Leistungsfähigkeit und gesundheitlichem Nutzen durch den Sport will sich die Leistung nicht verbessern, denn die Trainingsanpassung geschieht nicht im Training selbst, sondern in der Zeit, die zwischen den einzelnen Trainingseinheiten liegen. Richtige und zur rechten Zeit angewandte Regenerationsmethoden helfen dabei, die Anpassungsprozesse zu unterstützen und zu optimieren, damit sich unser Training lohnt (Prinzip der Superkompensation). Sport, körperliche Belastung und Regeneration bilden in der Trainingsplanung eine nicht voneinander zu trennende Einheit. Ein Sportler weiß, dass für den Verlauf und Erfolg der Regeneration seine Eigeninitiative gefragt ist. Generell gilt: Je anstrengender die sportliche Betätigung, umso mehr Regeneration braucht der Körper. Bei der Trainingsplanung sollte man berücksichtigen, dass man nicht immer die gleichen Übungen bzw. konditionellen Fähigkeiten trainiert, sondern auch etwas Abwechslung ins Training bringt. Die Belastungskurve sollte wellenförmiger Art sein. Bei einem ein- bis dreimaligen Training pro Woche ist zum Beispiel die Grundlagenausdauer (aerobe Fähigkeit) eine entscheidende Komponente der Regeneration. Je besser diese ausgebildet ist, umso schneller erholt man sich von einer Trainingseinheit bis zur nächsten. Am besten wäre es, wenn zwischen den Trainingseinheiten jeweils ein freier Tag läge. Bei einem normalen Training genügt dem menschlichen Organismus in der Regel ein Tag Ruhe, um am nächsten Tag wieder trainieren zu können. Dabei geht es nicht nur um körperliche Erholung, sondern auch um den wichtigen psychologischen Bereich. Körper und Geist sind stets miteinander verbunden. Körperliche Belastung und körperlicher Stress können sich auch immer auf die Psyche auswirken, und umgekehrt können sich psychische Belastungen und psychischer Stress auch körperlich bemerkbar machen. Leider wird das häufig vergessen. Es haben sich verschiedene aktive und passive Regenerationsmaßnahmen bewährt: Passive Maßnahmen wie z.B. Massagen oder Saunagänge können die Muskeldurchblutung zum Teil um das Fünffache steigern. Bei den aktiven Maßnahmen muss der Sportler selbst etwas tun. Durch auslaufen, ausradeln oder Dehnungsübungen lässt sich die Durchblutung um das mehr als Zehnfache steigern, wodurch die Regeneration in der Muskelzelle noch intensiver ist. Dazu genügen – je nach Intensität und Dauer des Trainings – erfahrungsgemäß ca. 7–10 Minuten, bei einem Pulsschlag in der individuellen REKOM-Zone. Danach können ein paar aktiv-dynamische Dehnungsübungen oder passiv-statische Dehnungsübungen zur Muskeltonussenkung erfolgen.

Nach dem Duschen kann man sowohl die Beine als auch (je nach Sportart) die Arme für ca. 2–3 Minuten mit kaltem Wasser umspülen oder sich in ein Eisbad setzen. Diese Anwendungen haben eine sehr gute regenerative Wirkung. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Regeneration ist die Ernährung. Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung, ballaststoffreich sowie vitamin- und mineralstoffreich, ist essentiell. Die ersten 45 Minuten nach Belastungsende sind eine sehr sensible Phase, in der ein Sportler mit relativ einfachen Mitteln die Regeneration durch Ernährung positiv beeinflussen kann, dies sollte möglichst der Reihe nach geschehen: 1. Wiederauffüllen des durch das Schwitzen reduzierten Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalts, 2. Wiederauffüllen der Zuckerspeicher im Muskel, 3. Wiederaufbau von zerstörtem Muskeleiweiß. Da sich die Anpassung an das Training nicht im Training selbst, sondern in den Stunden zwischen den Trainingseinheiten abspielt, ist die Ernährung in dieser Zwischenzeit ein entscheidender Faktor, der richtig genutzt werden muss. Alkohol in der ersten Zeit unmittelbar nach der Belastung sollte vermieden werden, da Alkohol ein Zellgift ist und die Regeneration zum Teil massiv behindert sowie Anpassungserscheinungen teilweise zunichte macht. 2-3 Stunden vor dem schlafen gehen sollte man keine Arbeiten am Computer oder Laptop mehr machen und nicht zulange mit dem Handy spielen, denn das blaue Licht welches wir durch diese Geräte über unsere Augen empfangen, kann die Schlafqualität negativ beeinflussen, und damit sind wir beim letzten aber wichtigsten Faktor für eine gute Erholung, beim Schlaf. Erst wenn wir gut und ausreichend schlafen kann sich der Körper voll und ganz erholen, denn erst im völligen Ruhezustand kann der Körper ungestört und effizient jene Stoffwechselprozesse aktivieren, die unsere Energietanks wieder füllen.

Infos und Tipps über Ernährung für Sportler findet man auf meiner website unter http://www.personal-gforce.at/ernaehrung-im-sport/

Reinhard Gossner

 

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Wie Alkohol auf den Stoffwechsel wirkt

Weihnachten, Neujahr und zahlreiche andere Feiertage und Festivitäten sind Anlässe an denen man gerne einmal ein Gläschen oder zwei in gesellschaftlicher Runde trinkt. Daran ist grundsätzlich nichts falsch, solange alles im gesunden Rahmen bleibt. In Reinform ist Alkohol eine farblose, brennend schmeckende, leicht entzündliche Flüssigkeit (Chemisch: Ethanol). Was genau ist Trinkalkohol und wie wirkt er sich auf die körperlichen Funktionen aus? Gewonnen wird Alkohol z.B. durch Gärung von Zuckerarten. Um sein Herz zu schützen, ist es nicht unbedingt nötig, Rotwein zu trinken. Es gibt die Annahme, dass Flavonoide und Resveratol im Rotwein eine schützende Wirkung auf das Herz ausüben und daher als gesund gelten. Diese Stoffe befinden sich auch in Trauben, Äpfeln, Himbeeren und Pflaumen. Alkohol enthält nach Fett die meisten Kalorien. 1g Alkohol liefert 7 kcal Energie. Unter  Betrachtung der Kalorienmenge können ein paar Bier am Abend eine ganze Mahlzeit ersetzen. 0,3 Liter Bier enthalten ca. 150 kcal und ein Glas Sekt hat etwa 200 kcal. Das regelmäßige Glas Wein zum Essen vermindert also auch den Erfolg beim Abnehmen und der klassische Bierbauch ist kein Gewebe aus Hopfen und Malz, sondern eine übermäßige Ansammlung aus Fettgewebe. Dieses übermäßige Bauchfett umhüllt auch die inneren Organe (med.: viszerales Fett genannt) kann in großen Mengen und auf Dauer zu Herz-Kreislaufkrankheiten führen oder das Risiko für Krebs fördern. Wie sieht es mit dem so hoch gelobten „Verdauungsschnapserl“ aus? Das angenehme, wohlig warme Gefühl im Magen resultiert aus einer kurzzeitigen Mehrdurchblutung des Magens. Der Stoffwechsel arbeitet dadurch weder besser, noch schneller. Im Gegenteil: Alkohol hemmt die Verdauungsenzyme und verlangsamt somit alle weiteren Verdauungsprozesse. Deshalb sollte man den Genuss von alkoholischen Getränken, insbesondere in Verbindung mit einer fettreichen Mahlzeit, möglichst vermeiden. Harte Alkoholika wie z.B. Schnaps gehen im Magen direkt ins Blut über und beeinflussen im Gehirn Areale, die für die Verdauung zuständig sind. Der Körper ist in erster Linie mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt, anstatt die Nahrung zu verdauen. So wird die Verdauung im Magen verzögert und der Weitertransport der Nahrung in den Dünndarm gehemmt. Hochprozentiger Alkohol vermittelt deshalb ein wohliges und entspannendes Gefühl nach einem deftigen Essen, da Alkohol die Blutgefäße erweitert und eine entspannende Wirkung auf Muskelzellen ausübt. Da der Magen ein Muskel „par excellence“ ist, entspannt er sich, das unangenehme Völlegefühl wird dadurch weniger und ein trügerisches Gefühl der Erleichterung setzt ein. Die magenstimulierende Wirkung des hochprozentigen Digestifs ist also ein Mythos. Damit der Hosenbund nach einem üppigen Mahl nicht spannt, bietet sich eine Tasse Tee an. Ideal sind z. B. Salbei,- Fenchel- oder Pfefferminztee, denn die ätherischen Öle der Kräuter wirken verdauungsfördernd. Auch Kaffee wirkt positiv auf die Verdauung, sofern dieser in Reinform (ohne Milch und Zucker) genossen wird. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft tut es aber auch. Warum aber wirkt Alkohol so schädigend auf das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers, die Leber? Da Alkohol als Zellgift viele Zellstoffwechselprozesse stört, räumt die Leber dem Alkoholabbau oberste Priorität ein. Eine gesunde Leber baut ca. 0,15 Promille Alkohol pro Stunde ab. Alle anderen Aufgaben der Leber werden in dieser Zeitspanne vernachlässigt. Übermäßiger und dauerhafter Alkoholkonsum führt unweigerlich zur Fettleber, durch Blockierung des internen Leberstoffwechsels. Generell hemmt Alkohol viele weitere Stoffwechselprozesse und beeinträchtig somit die Gesundheit: Er fördert die Harnsäurebildung was zu möglichen Gichtanfällen in den Gelenken führen kann. Durch die dauerhafte und zu hohe Zufuhr von Kohlenhydraten (Alkohol sind Kohlenhydrate) macht der Körper bei einem leichten Zuckerabfall aus Muskelgewebe (Eiweiß) Glucose. Bei diesem Vorgang (medizinisch: Gluconeogenese) nutzt der Körper vorzugsweise die Rückenmuskulatur. Die Folgen sind Probleme mit den Bandscheiben und Rückenschmerzen. Alkohol hemmt die Bildung des Wachstumshormons (STH). Es kommt dadurch zu Zellstoffwechselstörungen mit mangelnder Regeneration, Immunschwäche, Arteriosklerose und Osteoporose. Alkohol hemmt den Muskelaufbau, da weniger Testosteron gebildet wird. Alkohol vermindert die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Die Folgen sind eine verminderte Zellerneuerung. Durch ständigen Alkoholkonsum kommt es unweigerlich zur katabolen Stoffwechselentgleisung (mangelnder Aufbau und Regeneration des Stoffwechsels). Alkohol kann im Allgemeinen die Stimmung heben und den Eindruck erwecken, dass das Leben leichter wird. Allerdings nimmt diese Wirkung mit der Zeit in dem Maße ab, in dem sich der Körper an den Alkohol gewöhnt. Dies kann bei ständig steigendem Alkoholkonsum schließlich zur Sucht führen, und man ist schneller davon abhängig als man glaubt. Wieso Hochprozentiges in der heutigen Zeit noch immer überall und legal gekauft werden kann, ist mir ein Rätsel, wenn man bedenkt welche gesundheitlichen Schäden dieser anrichten kann. Umso wichtiger ist es, dass unsere Kinder über dieses Thema gut informiert werden, genauso wie man über illegale Drogen aufgeklärt sein soll, sollte man über die verehrenden Folgewirkungen von Alkohol und Alkoholsucht aufgeklärt sein, zum Wohle der Gesundheit!

Reinhard Gossner

Quellen: https://www.gesund-aktiv.com/wissenswertes/ist-alkohol-fuer-den-stoffwechsel-gesund

http://www.forum-ernaehrung.at/artikel/detail/news/detail/News/foerdert-schnaps-die-verdauung/

Sport und Bewegung im Alter

Für Sport und Bewegung ist es nie zu spät. Auch wer erst im höheren Alter anfängt, kann damit seine Aussichten auf einen gesunden Lebensabend erheblich steigern.

Eines der wichtigeren Lebensziele das wir bestimmt alle gemeinsam haben, ist das Altern bei guter Gesundheit, bzw. gesund bleiben bis ins (höhere) Alter. Dabei versteht man in der Regel ein Leben ohne chronische Krankheit, ohne größere physische Einschränkungen sowie eine gute mentale Gesundheit und die Fähigkeit zu sozialen Kontakten. Der Mensch wird im Alter tendenziell eher träge und faul, um Energie zu sparen. Je weniger Bewegung der Körper aber erfährt, umso schwieriger werden alltägliche Bewegungsabläufe. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich auch die Stoffwechselaktivität, Bänder, Gelenke und Sehnen sind nicht mehr so beweglich und flexibel und die Muskulatur schwindet (der menschliche Körper beginnt bereits ab Mitte des 20. Lebensjahres Muskelmasse abzubauen). Natürliche und funktionelle Bewegungsmuster die wir im Kindesalter erlernt haben werden immer schwieriger oder gar unmöglich. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten wie Osteoporose, Diabetes oder Arthrose. Rücken-und Gelenksbeschwerden sind fast schon normal. Die einzige wirkungsvolle Methode um solchen Beschwerden langfristig entgegenzuwirken, ist es, sich gesund zu ernähren und seine Fitness zu trainieren. Besonders die Rumpf- und Haltemuskulatur gilt es immer wieder gezielt zu stärken. Dabei sollte man sich von in einem qualifizierten Physiotherapeuten oder Personal Trainer betreuen zu lassen. Der Vorteil dabei ist, dass man in die Bewegungsabläufe genauestens eingeführt wird und keine Angst vor Verletzungen zu haben braucht. Außerdem lernt man wie man diese Übungen auch alleine zu Hause durchführen kann. Auf diese Weise könnte man auch das Gesundheitssystem erheblich entlasten. Bei Vorerkrankungen wie etwa Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck o.ä. sollte eine Bewegungstherapie in Form von Sport vorher mit einem Arzt geklärt werden. Er kann dann eine Bewegungsempfehlung geben. So eignet sich z.B. ein gezieltes Kraft- und Bewegungstraining zur Vorbeugung oder Therapie bei Osteoporose. Der trainierte Muskel setzt dabei einen Reiz im Knochen, wodurch der Aufbau von neuer Knochensubstanz angeregt wird. Bei sogenanntem Alterszucker (Diabetes 2) kann auch durchaus ein moderates Krafttraining betrieben werden. Dieses hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, indem der Stoffwechsel angeregt wird. Damit man dabei nicht Gefahr läuft in eine Unterzuckerung zu geraten, gilt es anfangs die Intensität niedrig zu halten und erst langsam steigern. Auch hier sollte man sich gut beraten lassen, denn die meisten Fehler macht man am Anfang mit einer falschen Technik und zu hohen Intensität. Ein Gefühl für die richtige Dosis bekommt man automatisch mit der Zeit. Auch bei einer Gelenks-Arthrose ist Krafttraining sinnvoll, sofern eine schmerzfreie Bewegung möglich ist. Das Muskeltraining hilft dabei die Gelenke in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, denn je besser die Muskeln trainiert werden, desto besser werden die Gelenke durch diese stabilisiert und durchblutet, was gleichzeitig zu einer besseren Nähstoffversorgung im Gelenk führt und Beschwerden lindern kann. Eines der besten Sportarten und Bewegungsformen ist schwimmen. Beim Schwimmen wird der gesamte Körper gefordert ist, das Herz-Kreislauf-System gefördert und die Gelenke entlastet. Wichtig dabei ist die richtige Schwimmtechnik. Z.B. soll das klassische Hausfrauen-Brustschwimmen (wobei der Kopf immer aus dem Wasser ragt) möglichst vermieden werden: Durch das ständige Kopf-hochhalten entsteht ein erhöhter Tonus in der Nackenmuskulatur, was wiederum zu Verspannungen und Beschwerden im Nacken-und Schulterbereich führen kann. Wandern, Nordic Walking und Ski-Tourengehen gehören zu den beliebtesten Betätigungen und Bewegungsformen in unseren Breitengraden und nicht nur bei Senioren besonders beliebt. Durch diese Sportarten beugt man Stoffwechselkrankheiten vor und stärkt das Immunsystem (Bewegung in der Natur). Auch chronische Gelenkbeschwerden können positiv beeinflusst werden. Der Vorteil vom Wandern gegenüber einem normalen Spaziergang besteht darin, dass es bergauf und bergab geht. Diese Höhenunterschiede regen den Stoffwechsel stärker an, als wenn man auf einer geraden Strecke laufen würde. Vorsicht beim bergabgehen! Dabei können ungewohnt hohe Kräfte auf das Hüft, Knie und Sprunggelenk wirken. Die Muskeln müssen dabei das Ganze Gewicht des Körpers exzentrisch abbremsen und der Muskelkater in der Gesäß -und Beinmuskulatur kommt daher meist vom bergabgehen. Um die Gelenke zu schonen und die Muskulatur zu unterstützen, sollte man unbedingt Wanderstöcke verwenden, zudem geben diese im Gelände zusätzlichen Halt. Diese und andere Sportarten können aber auch einseitige Abnutzungen und muskuläre Dysbalancen hervorrufen, deshalb sollt man immer für ein wenig Abwechslung sorgen. Ein ergänzendes Fitness – und Krafttraining sollte dabei ein fixer Bestandteil eines jeden Ausdauer – und Bergsportlers sein. Welche Sportart oder Bewegungsform man auch wählt ist egal. Wichtig ist, dass man sich bewegt, um so körperlichen Beschwerden vorzubeugen und entgegenzuwirken um bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig zu sein.

Author: Reinhard Gossner

Volkskrankheit Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine weit verbreitete Volkskrankheit mit massiven Kosten für das Gesundheitssystem. Viele Österreicher über 20 leiden bereits an Rückenschmerzen oder haben Probleme mit dem Rücken. Der Grund für die Beschwerden kann sehr simpel aber auch extrem kompliziert sein, was Betroffene häufig jahrelang erfolglos von Arzt zu Arzt laufen lässt. Zu den häufigsten Gründen gehören bekannterweise Übergewicht und Bewegungsmangel, denn das Dasein als Couch-Potatoe, ist für die menschliche Wirbelsäule das Schlimmste. Aber auch beruflich bedingte, einseitige Belastungen ohne Ausgleich schaden dem Kreuz. Sitzen ist auch eine einseitige Belastung – besonders dann, wenn man es stundenlang macht. Deshalb sollte man im Büro beispielsweise beim Telefonieren aufstehen oder auch auf Stehtischen arbeiten. Problematisch wird Sitzen dann, wenn der Rücken immer in der gleichen Position bleibt. Er gewöhnt sich an eine für Ihn falsche Haltung und Aufgabe und degeneriert. Früher hieß es, dass man sich schonen soll, wenn man Rückenschmerzen hat. Heute weiß man dass es ratsam ist in Bewegung zu bleiben. Auch bei Abnützungen und Knorpelschäden ist Bewegung anzuraten. Zudem schwächen lange Schonungsphasen die Belastbarkeit und die Muskulatur massiv. Aber auch Sportler können durch jahrelange einseitige Belastungen (bedingt durch ihre Sportart) Rückenprobleme bekommen. Rückenschmerzen können aber auch psychisch bedingt auftreten, wobei man oft nicht weiß, was zuerst da war. Wer chronische Beschwerden im Kreuz hat und immerzu an Schmerzen leidet, ist automatisch auch psychisch belastet, und die Motivation sich zu bewegen ist dann noch schwieriger, – ein Teufelskreis. Aber auch die Psyche (z.B. durch innerlichen Stress) kann körperliche Prozesse auslösen, was zu extremen Verspannungen im Nacken und Rücken führen kann. Wirbel, Gelenke und Strukturen nützen sich mit zunehmendem Alter ab. Das sind normale, altersbedingte Abnützungen. Aber Abnützung heißt nicht unbedingt, dass Schmerzen vorhanden sein müssen. Auch wenn man meint einen unzerstörbaren Körper zu haben, kann der Schmerz von heute auf morgen kommen. Deshalb rate ich jedem (auch Sportlern) sich die großen Gelenke wie Knie- Hüft und Sprunggelenk, sowie die Wirbelsäule regelmäßig untersuchen zu lassen, um mögliche Schäden zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Was hilft nun wirklich gegen diese Volkskrankheit, und wie kann man vorbeugen? Die Antwort lautet: Bewegung, bzw. gezieltes Kraft-und Beweglichkeitstraining sind immer noch die sinnvollste Methoden um Rückenschmerzen vorzubeugen und auf Dauer entgegenzuwirken. Dies wurde in unzähligen Studien bewiesen und das kann heute auch jeder Mediziner und Physiotherapeut bestätigen. Nutzen Sie die Angebote an speziellen Fitness-und Bewegungskursen, oder bei Trainern oder Therapeuten. Man sollte nicht zu spät damit beginnen regelmäßig seine Wirbelsäule in Form von gesunder Bewegung in Schwung zu halten, denn die Wirbelsäule ist ein Wunderwerk der Evolution und will bewegt werden.

Ein paar Zahlen dazu: Im Jahr 1973 ergab eine Untersuchung, dass 14,8 Prozent der Österreicher Rückenschmerzen haben. Bei einer Befragung im Jahr 2006/2007 waren es 34,3 Prozent. Die Kosten durch Therapien und Arbeitsausfälle in Österreich wurden auf vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Seitdem wurde keine derartige Befragung oder Erhebung mehr durchgeführt. Man kann diese Zahlen nur erahnen. Chronische Rückenschmerzen sind in den westlichen Industrienationen inzwischen die teuerste Diagnose überhaupt, sie kosten das Gesundheitssystem mehr als alle Krebserkrankungen zusammen. Heute haben diese Beschwerden auch schon viele Kinder und Jugendliche erfasst, weil Bewegungsmangel ein Phänomen unserer Zeit geworden ist. Hinzu kommt ein akutes Problem der neuen, mobilen Netz-Gesellschaft. Das permanente Starren auf das Handy oder Tablet ist weder für Augen noch Rücken gesund und das Handy-Gnack könnte bald zur nächsten großen Volkskrankheit werden. Die technische Entwicklung, so toll und hilfreich sie auch sein mag, wird fatale Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser gesamtes soziales Umfeld haben. Ich bezweifle hier den Aspekt des menschlichen Fortschritts, es ist vielmehr der Beginn der totalen menschlichen Verblödung

 

Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit; aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.  –  Albert Einstein

Quellen: Statistik Austria / www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Volkskrankheit-Kreuzweh

Wundermittel Sport / 2

Dass Sport und Bewegung eine Art Superpille für den menschlichen Organismus ist, wissen wir bereits. Ob eine Arznei aber nun nutzt oder schadet, hängt auch von der Dosierung ab. So ist es auch beim Sport: Im rechten Maß hält Bewegung gesund und schützt vor Krankheiten. Wer es übertreibt, kann damit aber auch seine Gesundheit riskieren. Erfahrene Sportler kennen die meisten Warnsignale, sie sind wie Seismografen des Körpers. Wer aber gerade erst mit dem Sport anfängt, weiß oft noch nicht, wo seine Grenzen liegen. Anfänger oder Wiedereinsteiger neigen oft dazu, sich zu überfordern und dadurch nicht nur das Herz, sondern auch ihre Knochen, Sehnen und Gelenke zu überlasten. Besondere Vorsicht ist geboten beim Krafttraining mit hohen Intensitäten, wie z.B. beim Crossfit Training. Viele Fitnessstudios versprechen mit diesen oder ähnlichen Trainingsmethoden einen enormen Zuwachs von Kraft und Muskelmasse innerhalb kürzester Zeit. Dazu sei gesagt, dass das Training mit hohen Gewichten erst dann ratsam ist, wenn die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört eine gewisses Maß an Mobilität (Beweglichkeit) und Stabilität in den Gelenken und in der Stütz und Haltemuskulatur (v.a.Rumpfmuskulatur), sowie eine saubere Bewegungsausführung (Technik) und ein gutes Zusammenspiel der einzelnen Muskelpartien (intermuskuläre Koordination) um Bewegungen möglichst ökonomisch ausführen zu können. Ein Beispiel: Ein starker Motor kann nur dann seine Kraft effizient auf die Räder übertragen, wenn auch das Getriebe und das Fahrwerk darauf ausgelegt und abgestimmt sind, ansonsten droht ein Motor – oder Getriebeschaden. Der beste Schutz vor Verletzungen sei jedoch, den Körper bewusst und immer wieder neu wahrzunehmen, und sich langsam Schritt für Schritt zu steigern.

Schmerz ist ein Indikator für Entzündungen und Verletzungen im Körper – ignoriert man ihn, werden sie unter Umständen zu chronischen Beschwerden. Wer diese Regeln und Warnsignale des Körpers missachtet, trainiert nicht effizient und riskiert langfristig auch gesundheitliche Schäden. Wer sich nicht sicher ist welche Art und wieviel Sport und Bewegung gut für ihn ist, sollte sich von einem Arzt, Therapeuten oder einem qualifizierten Trainer beraten lassen.

Sport und Bewegung beeinflussen aber nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Psyche. Sport ist ein natürlicher Stimmungsaufheller wobei die als Glückshormone bekannten Botenstoffe Serotonin und Dopamin ausgeschüttet werden. Ausserdem wird dabei Stress abgebaut und Angst gedämpft. Besonders bei Ausdauersportarten ab einer halben Stunde wird die Konzentration von Endorphinen im Blut erhöht. Sogar als Mittel gegen Leiden wie Angststörungen, Depressionen, psychischen Stress und Sucht scheint sich Sport zu eignen. Warum, ist nicht klar. Bekannt ist aber, dass unser Herzmuskel sogenannte atriale natriuretische Peptide (ANP) produziert, wenn wir uns anstrengen. Diese Botenstoffe senken den Blutdruck und nehmen körperliche Angstgefühle. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass Sport im Körper Mechanismen in Gang setzt, die Depressiven auch langfristig helfen. So kann Sport indirekt auch den Erfolg von Verhaltenstherapien fördern. Bewegung bringt unsere Gedanken in Fluss und weckt unseren Geist. Ein Grund ist, dass das Gehirn stärker durchblutet wird, wenn wir uns körperlich betätigen. So wird es mit mehr Sauerstoff und Energie versorgt, wir fühlen uns wacher und können uns zumindest vorübergehend besser konzentrieren. Der motorische Cortex (Steuerzentrale im Gehirn für Bewegungen und Koordination), wird aktiviert. Unser Gehirn profitiert also langfristig von regelmäßiger Bewegung.

Der Größte Widersacher bei der Ausübung von Sport ist bei den meisten Menschen der innere Schweinhund. Um das zu verstehen, muss man sich das unsichere Lebensumfeld unserer Ahnen vor Augen führen. Wir haben uns als Jäger und Sammler evolviert und Faulheit war eine Eigenschaft aus Energiespargründen. Da Nahrung nicht immer und überall verfügbar war, wusste man nie, wann es das nächste Mal etwas zu essen gab. Unsere Vorfahren mussten also Energie sparen, wo immer es ging. Absichtlich Kalorien zu verbrennen wäre dumm, wenn nicht sogar lebensmüde gewesen. Fettreserven waren nicht unattraktiv, sondern schützten vor der Kälte und dem Verhungern – hatten also einen Sinn. In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft sind solche Umstände aber kein Thema mehr, und der innere Schweinhund sollte im Sinne der Gesundheit schon längst ausgedient haben.

Reinhard Gossner

Wundermittel Sport / 1

Sport und Bewegung verlängert das Leben, beugt Krankheiten vor und kann sie sogar heilen. Mit jeder neuen Erkenntnis werden auch Mediziner sicherer: Bewegung wirkt wie eine hoch dosierte Arznei. Man nehme ein Stück Gold und löse es in Flüssigkeit: So einfach liest sich das Rezept für Aurum Potabile, den Goldtrunk der Alchemisten, der von allen Leiden befreit und unsterblich macht. Nur zwei Zutaten braucht es für ein ewiges Leben – und doch ist es bis heute keinem Chemiker, Arzt oder Magier gelungen, das sagenumwobene Lebenselixier zu brauen. Eine Arznei, die alle Krankheiten heilt und obendrein das Leben verlängert, existiert aber nicht. Oder vielleicht doch? Es gibt ein Mittel, das man als Universalmedizin betrachten könnte. Es kostet nichts, ist frei von künstlichen Zusatzstoffen und wirkt unzähligen Leiden entgegen: die Bewegung. Wie eine hoch dosierte Pille setzt jede körperliche Anstrengung durch den aktiven Stoffwechsel unzählige physiologischer Vorgänge in Gang. Das Herz pumpt schneller, die Körpertemperatur steigt, Dutzende von Botenstoffen strömen in Kopf und Glieder. Im Gehirn entstehen neue Nervenbahnen. Krankes Gewebe heilt, neue Zellen wachsen heran, und Erbsubstanz wird repariert. Die Mechanismen, die Sport im Körper lostritt sind positiv, vielfältig und komplex. Bewegung ist eine hocheffektive Therapie, die gegen weitaus mehr Krankheiten hilft, als wir bisher wussten. Bekannt ist, dass Sport die Muskulatur, aber auch die Knochen stärkt. Wer sich viel bewegt, ist weniger anfällig für Verspannungen und er schützt sein Skelett bis ins hohe Alter vor Brüchen. Denn auch die Knochensubstanz profitiert von Sport indem äußere Krafteinwirkungen die Zellen des Knochenmarks anregen, neues Gewebe zu produzieren. Jede Kraft, die ein Muskel erzeugt, wirkt auch auf den Knochen, mit dem er verbunden ist. Dabei verformt sich der Knochen leicht – und das setzt innere Aufbauprozesse in Gang. Wer regelmäßig trainiert, am besten schon im Kindes- oder Jugendalter, senkt daher sein Risiko für die Alterserkrankung Osteoporose, bei der die Knochen nach und nach an Dichte und Stabilität einbüßen. Wieviel und welche Art von Aktivität am besten wirken, ist individuell. Tatsache ist, dass Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren alleine nicht ausreichen. Stabilisationsübungen und Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht (wie ich es z.B. in meinen Kursen anbiete), reichen aber schon völlig aus um physiologische und morphologische Anpassungen im Körper herbeizurufen. Bewegung vermag aber weit mehr, als Muskeln und Knochen zu stärken und unsere Adern gesund zu halten. Neuere sportmedizinische Erkenntnisse legen nahe, dass Sport selbst vor Krebs schützen kann – und sogar das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann. Am besten erforscht sind die Effekte auf Brust- und Darmkrebs. So ergaben epidemiologische Studien – bei denen Bevölkerungsdaten im Nachhinein ausgewertet werden –, dass körperlich aktive Menschen ein niedrigeres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken. Auch das Brustkrebsrisiko ist bei Frauen, die regelmäßig Sport treiben, geringer als bei unsportlichen Frauen. Wie Sport und Krebs im Detail zusammenhängen, weiß man noch nicht genau. Fest steht, dass Kraft- und Ausdauertraining Übergewicht entgegenwirkt – und damit einer Ursache vieler Krebsarten. Unsere Fettpolster speichern nämlich nicht nur überschüssige Energie, sie geben auch Hormone ab. Gerade im Bauchfett (auch viszerales Fett oder Organfett genannt) werden entzündungsfördernde Stoffe gebildet. Diese wandern in andere Körperregionen ein und begünstigen dort das bösartige Zellwachstum: Beginnen diese, sich unkontrolliert zu vermehren, kann sich daraus einen bösartiger Tumor entwickeln.Indem Bewegung Fettzellen schmelzen lässt, erstickt sie also einen Keim der Krebserkrankung. Gegen Wohlstandskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Übergewicht gilt Bewegung ebenfalls längst als probates Mittel – vorbeugend und sogar als eigene Therapieform. Sie hält die Arterien gesund und bewahrt uns so vor Infarkten und Schlaganfällen. Sie kurbelt die Bildung des sogenannten guten HDL-Cholesterins an, das schädliche Blutfette aufnimmt und zur Leber transportiert, wo sie ab- oder umgebaut werden. Zudem senkt Sport langfristig den Blutdruck. Und auch der Zuckerhaushalt lässt sich so stabil halten, dass körperlich aktive Typ-2-Diabetiker keine Tabletten mehr schlucken müssen. Alles in allem ist Sport eine Superpille, die am besten präventiv genommen wird.

Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/02/sport-bewegung-gesundheit-therapie/komplettansicht

 

 

Energiebereitstellung

In diesem Beitrag  geht es um die unterschiedlichen Energiebereitstellungsformen zur Muskelkontraktion und somit jeglicher Art von Bewegung. Damit ein Muskel kontrahieren kann, braucht er Energie. Der Energiebedarf des Organismus steigt somit bei körperlicher Arbeit an (Leistungsumsatz). Die für die Muskelkontraktion benötigte Energie wird zum größten Teil durch den Abbau von Kohlehydraten (Zucker) und Fettsäuren gewonnen. Ein Prozess, der auch als Verbrennung bezeichnet wird.

Im Laufe der Evolution haben sich 2 Arten der Energiebereitstellung für Mensch und Säugetiere bewährt: aerobe und anaerobe Prozesse. Anaerobe Prozesse ermöglichen eine sehr schnelle Energieentfaltung. Der Mensch hat diese Art für das Jagen oder die Flucht von Feinden entwickelt. Aerobe Prozesse hingegen waren für eine relativ langsame, dafür lang andauernde Energieentfaltung unerlässlich, wenn z.B. ein Umzug in anderes Tal oder ein langer Marsch notwendig war. Das Wissen um die Energiestoffwechselprozesse ist heute ein wichtiger Aspekt im Sport, auch zur Trainingssteuerung. Je nach Sportart, Grad der Beanspruchung und Belastung werden unterschiedliche Phasen der Energiebereitstellung durchlaufen.

Aerober Prozess (Verbrennung mit Sauerstoff): Je niedriger eine Belastung ist (z.B. Plaudertempo beim Laufen) desto mehr Sauerstoff steht der Muskulatur zur Verbrennung von Zucker und Fetten zur Verfügung. Diese können dabei vollständig und sauber abgebaut (verbrannt) werden. Hier spricht man vom sogenannten aeroben Bereich. Bei länger andauernder Belastung (bei gleichbleibender niedriger Intensität) wird dabei hauptsächlich Fett verbrannt. Gerade für Ausdauersportler ist es von Vorteil, die annähernd unbegrenzten Fettdepots anzugreifen. Durch ein gezieltes Fettstoffwechseltraining kann der Körper außerdem „lernen“, die begrenzten Zuckerreserven für intensivere Phasen zu schonen.

Der Fettstoffwechsel wird aber auch bei körperlicher Aktivität mit höherer Intensität aktiviert. Dies geschieht dann aber erst nach der Belastung (Erholungsphase), wenn die Zuckerspeicher bereits aufgebraucht sind. D.h. noch Stunden nach einer intensiven Belastung kann Fett verbrannt werden, wie es z.B. bei einem intensiven Ganzkörpertraining der Fall ist. Man spricht dann vom sogen. Nachbrenneffekt. Wer also immer noch dem Mythos glaubt dass man nur durch langes Ausdauertraining in Form von Laufen oder Radfahren Fett verbrennt, der irrt. Der Fett- als auch der Zuckerstoffwechsel sind meist gleichzeitig aktiv. Der Unterschied ist nur, die Fettverbrennung läuft etwas langsamer an und Fett kann ausschließlich durch Sauerstoff verbrannt werden. Zucker steht schneller zur Verfügung und kann auch ohne Sauerstoff verbrannt werden. Die Energiebereitstellung ist also fast immer eine Mischform und nur eine Frage der Intensität welche Art gerade vorrangig aktiviert wird und wie ich diese für meine Absichten und Ziele am besten nutze.

Anaerober Prozess (Verbrennung ohne Sauerstoff): Je anstrengender eine Belastung wird, desto mehr verschiebt sich die Energiebereitstellung von Fett – auf Zuckerverbrennung. Gleichzeitig steht aber auch immer weniger Sauerstoff zur Verbrennung zur Verfügung, da der Körper nur eine gewisse Menge an Sauerstoff aus dem Lungen-Herz-Kreislaufsystem an die Muskulatur nachliefern kann. Bei hoher Intensität und unzureichender Sauerstoffkapazität zur sauberen Verbrennung spricht man vom sogen. anaeroben Bereich. Steigt die Belastung weiter an oder wird sie zu hoch gelangt man unweigerlich in ein Sauerstoffdefizit. Der Zucker wird dabei nicht mehr vollständig sauber verbrannt und als Nebenprodukt entsteht dabei Milchsäure (Laktat). Ein übermäßiger Anstieg von Laktat in der Muskulatur führt wiederum zu vorzeitiger Leistungsreduktion oder Erschöpfung. Dies kann z.B. bei einem Sprintrennen der Fall sein. Voraussetzung für eine hohe anaerobe Leistungsfähigkeit sind gut gefüllte Zuckerspeicher) in der jeweilig beanspruchten Muskulatur und eine gute Erholungsfähigkeit zum Abbau des Laktats im Blut. Mehr dazu in einer anderen Ausgabe.

Reinhard Gossner

Quellen: Unterlagen Ausbildung Vitalakademie https://de.wikipedia.org/wiki/Energiebereitstellung

Stoffwechsel und Energiebedarf

Mit der täglichen Nahrungsaufnahme werden unserem Körper die verschiedensten Nährstoffe zugeführt, im Magen und Darm verdaut, zerlegt und für weitere Stoffwechselvorgänge im Körper aufbereitet. Unter dem Begriff Stoffwechsel versteht man den gesamten biochemischen Prozess, der im Körper stattfindet, um seine lebenserhaltenden Funktionen aufrecht zu erhalten und die nötige Energie für körperliche Aktivitäten bereitzustellen. Dabei unterscheidet man zwischen dem Baustoffwechsel (z.B. Erneuerung Körperzellen) und dem Energiestoffwechsel (Aktivitäten die Energie verbrauchen). Die wichtigsten Organe und Funktionen für den Stoffwechsel sind die Verdauung, die Leber, der Blutkreislauf, die Haut und die Muskulatur (Motor des Stoffwechsels). Es ist deshalb wichtig die richtigen Nährstoffe dem Körper zuzuführen, damit der Motor sauber und reibungslos läuft, ohne Schadstoffe (schädliche Endprodukte) zu produzieren. Durch eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit (in Form von Wasser) gelangen die Nährstoffe zu den Zellen, wo sie weiter verstoffwechselt und schädliche Abfallstoffe wieder ausgespült werden.

Bildquelle: www.neubecks.de

Die Hauptbestandteile die der Körper aus der Nahrung braucht sind Fette, Proteine und Kohlehydrate sowie Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien etc. Die pro Gramm Nährstoff frei werdende Energie wird auch als biologischer oder physiologischer Brennwert der Nahrung bezeichnet und wird in Kilojoule (kJ) bzw. in Kilokalorien (kcal) gemessen (1 kcal = 4,2 kJ). Diese Angaben findet man auf allen verpackten Lebensmitteln. Eine Kilokalorie entspricht derjenigen Wärmeenergie, die notwendig ist, um einen Liter Wasser von 14,5 auf 15,5° Celsius zu erwärmen. Der Energiebedarf eines Menschen ist abhängig von körperlicher Belastung, Alter, Geschlecht, Körpergröße, Gewicht, Krankheiten und klimatische Bedingungen. Das heißt jeder Mensch hat einen anderen Stoffwechsel und somit einen anderen Energiebedarf. Im Ruhezustand (z.B. liegend auf der Couch bei 28°C), benötigen unsere Organe einen Grundbetrag an Energie, der als Grundumsatz (GU) bezeichnet wird. Dieser dient rein der Erhaltung notwendiger Lebensfunktionen (z.B. Körpertemperatur). Der Grundumsatz lässt sich individuell errechnen. Mit zunehmendem Alter verlangsamen sich die Stoffwechselprozesse stetig und der Körper braucht auch mehr Zeit um sich von körperlichen Belastungen (auch Sport) wieder zu erholen. Jede körperliche Aktivität, egal in welchem Alter, kostet zudem zusätzliche Energie die über den Grundumsatz hinausgeht und wird als Leistungsumsatz bezeichnet. Der Leistungsumsatz kann jedoch nur ungefähr errechnet werden, da es neben Anpassungen der körperlichen Aktivität (z.B. Beruf) oder Trainingsanpassungen auch zu einer veränderten / besseren Ausnützung von aufgenommenen Nährstoffen kommen kann. Wer sich viel bewegt und Sport betreibt beeinflusst den Stoffwechsel aber positiv, da die Organsysteme mit mehr Sauerstoff versorgt werden und durch den erhöhten Energiebedarf gezwungen sind, effizienter und besser zusammen zu arbeiten.

Mit Sport und gesunder Ernährung hält man also seinen Stoffwechsel und somit sein Gewicht und seine Gesundheit in Form.  

Grundsätzlich ernähren sich Sportler nicht anders als Nicht-Sportler. Wenn man 3 x die Woche für ca. 30 min. oder länger Sport betreibt, benötigt der Körper keine zusätzlichen Energielieferanten, sofern man sich gesund und ausgewogen ernährt. Leistungssportler haben aufgrund ihres Trainingspensums jedoch einen wesentlich höheren Energiebedarf und müssen diesen mit einer höheren Kalorienzufuhr decken. In der Erholungsphase müssen die leeren Energiespeicher wiederum möglichst schnell aufgefüllt werden. Auch hier gilt, je höher die Qualität und Verwertbarkeit der zugeführten Nahrung und Flüssigkeit, desto besser ist die Erholung und die nächste Energiebereitstellung. Schlaf ist neben der Ernährung die wichtigste Komponente in der Erhohlungsphase, denn der Baustoffwechsel arbeitet im Schlaf am effektivsten. Damit bei körperlicher Aktivität und Sport die Muskelkontraktion reibungslos verlaufen kann, wird neben Mineralstoffen vor allem Energie durch die Verbrennung der Hauptnährstoffe Kohlenhydrate und Fette gewonnen. Die nicht benötigte Energie wird als Zucker oder Fett zwischengelagert, auf die man jederzeit im Bedarfsfall zurückgreifen kann. Nicht verwertete und überschüssige Kohlehydrate (Zucker) werden in Folge teils wiederum in Fett umgebaut und eingelagert. Der menschliche Körper ist (evolutionsbedingt) darauf programmiert um in Hungerszeiten auf diese Reserven zurückgreifen zu können. Fett ist der größte Energiespeicher des menschlichen Organismus. Den Fetten gegenübergestellt ist die Menge der Kohlenhydrate vergleichsweise gering. Proteine (Eiweiß) und Aminosäuren dienen in erster Linie zum Wiederaufbau und Erhaltung von Muskelzellen. Wie schon erwähnt, ist die Qualität und die Zusammensetzung der Nährstoffe, sowie die persönliche biologische Verwertbarkeit und die körperlich Aktivität ausschlaggebend. Wer sich an diese Lifestyle-Formel hält, hat mehr Energie im Alltag und im Sport und fühlt sich mit Sicherheit gesünder und zufriedener.

Reinhard Gossner

Quellen: Unterlagen Ausbildung Vitalakademie